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Großspenden-Fundraising ist auch im deutschsprachigen Raum nichts Neues. Unsere Kultur gründet auf dem Zusammenspiel von Ideen und Visionen mit Vermögen und Einfluss. So hätten etwa Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller ohne die Unterstützung Herzog Karl-Augusts von Sachsen Weimar ihre Talente ebenso wenig entfalten können, wie Richard Wagner die seinen ohne die Unterstützung von König Ludwig II. von Bayern.
Dass auch Bildung und Forschung ihre Förderer hatten, wird manchmal vergessen. Doch bereits 1386 gründete Ruprecht I., Kurfürst und Pfalzgraf bei Rhein, die heutige Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, die älteste Universität Deutschlands. Seinem Vorbild folgten bald andere Fürsten, wie Herzog Ludwig der Reiche von Bayern-Landshut, der in Ingolstadt 1472 die erste Universität Bayerns ins Leben rief. Die Blüte der Wissenschaftsförderung fand in Deutschland am Ende der Industrialisierung zur Jahrhundertwende statt. So gab der Wissenschaftsmäzen Gustav von Mevissen mit seiner testamentarischen Verfügung von 1899 einen wichtigen Anstoß zur Gründung der Universität Köln. Oskar von Miller, Carl von Linde und Walther von Dyck trugen durch ihren unermüdlichen Einsatz und mit Hilfe der Unterstützung zahlreicher anderer großzügiger Spender dazu bei, 1903 die Idee für das Deutsche Museum in München zu verwirklichen. Franz Adickes, ehem. Bürgermeister Frankfurts, engagierte sich für die Gründung der Frankfurter Stiftungsuniversität, die 1912 aus mehreren vormals unabhängigen privaten Stiftungen zusammengefasst wurde. Die Brüder Aby und Max M. Warburg aus der gleichnamigen Hamburger Bankiersfamilie stellten Mittel für die Gründung der Hamburger Universität zur Verfügung. Der Chemieunternehmer Carl Duisberg konzipierte 1917 einen Hochschulförderverein zur Unterstützung der Universität Bonn.
Visionäre und Förderer wie diese waren Impulsgeber in einem Prozess, in dem sich Agrargesellschaften zu modernen Industrie- und Wissensgesellschaften entwickelten und mit dem Begriff „Kulturnation“ verbunden wurden. Nun bedarf es solcher Persönlichkeiten, um den Sprung ins 21. Jahrhundert zu bewerkstelligen. |


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Gesellschaft für Strategisches Fundraising |